Den zwanzigsten Geburtstag der Datenerfassung zur unbezahlten Arbeit in der Schweiz feierten Frauen und Männer am 11. November 2017 bei einem 2. Care-Frühstück im Berner Schmiedensaal.

Jacqueline Schön-Bühlmann, Verantwortliche für das Modul „unbezahlte Arbeit“ im statistischen Amt, die Sozialdemokratin Natascha Wey und der evangelische Sozialethiker Helmut Kaiser lieferten Informationen und Denkanstösse zur Diskussion an den Tischen: Wo stehen wir heute? Sind wir inzwischen einer Wirtschaft, die nicht mehr das Geld, sondern die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse ins Zentrum stellt, näher gerückt? Wie kann die unbezahlte Arbeit angemessen anerkannt werden? Wie muss Wirtschaft neu gedacht werden, wenn offensichtlich in der Praxis etwas anderes als Geld im Zentrum steht? Wie haben die Politik, die Medien, die Wissenschaft, die Kirchen das Datenmaterial in diesem Sinne genutzt? Wie sieht die care-zentrierte Wirtschaft der Zukunft aus?

Das Clowninnen-Duo „Die Sensibellas“ steuerte um 11 Uhr 11 eigensinnige Gedanken zur unbezahlten Care-Arbeit bei.

Organisiert wurde der Anlass vom synodalen Prozess „7. Schweizer Frauensynode“.  Sie wird bis zum Jahr 2020 einen Prozess zum Thema „Wirtschaft ist Care“ gestalten. Die erste Schweizer Frauensynode trug übrigens dazu bei, dass die unbezahlte Arbeit statistisch erfasst wird: Mehr als tausend Frauen diskutierten am 6. Mai 1995 in der St. Galler OLMA-Halle zum Thema „Frauenarbeit zwischen Chrampf und Befreiung“. Sie unterstützten die entscheidende Motion 94.33-09 von Nationalrätin Christine Goll. Die Frauensynode wie auch die einschlägigen parlamentarischen Vorstösse stehen in der Tradition der feministischen Hausarbeitsdebatte der 1970er und 1980er Jahre.

Hier geht’s zum Bericht von kath.ch

171211_Pressemeldung.CareZmorge.pdf

171111 Sensibellas

17111 Carefrühstück Podium

Podiumsdiskussion: Helmut Keiser, Natascha Wey, Regula Grünenfelder (Leitung), Jacqueline Schön-Bühlmann